Weltwährung ROLEX.

Die Uhrenmarke Rolex ist längst ein Mythos, der Inbegriff für Luxus am Handgelenk. Doch was ist es, das eine Rolex so besonders macht? Rolex hat Geschichte. Hat Tradition und ist eine Ikone des helvetischen Luxus. Christian Bale trug in „American Psycho“ eine Rolex Datejust in seiner Rolle als „Patrick Bateman“. Paul Newmans Handgelenk schmückte eine Rolex Daytona in „Die Farbe des Geldes“. Sean Connery trug als „James Bond“ ebenfalls ein Modell der edlen Marke, die Rolex Submariner. Sogar Che Guevara trug eine: Das Modell Oyster Perpetual.

Es ist alles Gold, was glänzt.

Rolex ist der größte Schweizer Goldverarbeiter. Weil Rolex ihre Uhrwerke von der offiziellen Schweizer Kontrollstelle für Chronometer (COSC) zertifizieren lässt und die Zahlen dieser Zertifizierungsstelle öffentlich sind, weiß man, dass Rolex jährlich ungefähr 800.000 Uhren produziert. Viel, verglichen zum Beispiel mit Patek Philippe, wo gerade 50.000 Uhren im Jahr gebaut werden. Aber dazu wird es heiß im Parterre des Rolex-Gebäudes in Plan-les-Ouates bei Genf, sehr heiß. 1200 bis 1300 Grad Celsius herrschen im gelb gleißenden Schmelztopf. Hier arbeitet der Mann mit dem silbrigen Mantel und dem spiegelnden Visier. Und hier produziert die Luxus-Uhrenmarke Rolex ihr eigenes Gold. Oder sagen wir es korrekt: Hier fertigt Rolex ihre eigenen Legierungen – Roségold, Weißgold, Gelbgold. Ausgehend von 24-Karat-Goldgranulat entsteht nach der Beigabe von Silber, Kupfer, Palladium oder Platin nach hochgeheimen Rezepten und Verfahren das gewünschte Edelmetall für die Uhren.

Wo Rolex seinen Anfang fand.

Seit ungefähr 100 Jahren sind Armbanduhren sowohl praktisch, als auch ein Statussymbol. Rolex ist seit Anfang an dabei: Mit klaren Botschaften, prominenter Kommunikation und viel Konstanz hat es Rolex geschafft, sich seinen Wert zu erhalten. Angefangen hat es mit einem Bayern aus dem nordbayrischen Kulmbach: Hans Wilsdorf, geboren am 22. März 1881. Als Zwölfjähriger wird er Vollwaise und aufs Internat in Coburg geschickt. Dort lernt er einen Schweizer kennen, der den damals 19-Jährigin mit nach La Chaux-de-Fonds und die Uhrenwelt nimmt. Knapp zehn Jahre später lässt Hans Wilsdorf den Namen Rolex für sein Unternehmen offiziell registrieren.

„Ich probierte alle erdenklichen Kombinationen der Buchstaben des Alphabets aus“, schrieb Hans Wilsdorf über die Namensfindung in einem Brief. „Eines Morgens, während ich auf dem oberen Deck eines Pferdeomnibusses durch die Cheapside in der Innenstadt Londons fuhr, flüsterte mir eine innere Stimme das Wort Rolex zu.“

Mit Rolex auf den Mt.Everest.

Wilsdorf, ein Visionär und ein Mann mit einem grandiosen Gespür für die Marke, setzt alles auf Armbanduhren. Und das obwohl diese damals als höchst unmännlich galten. Männer trugen Taschenuhren. Erst nach dem Ersten Weltkrieg eroberte die Armbanduhr das männliche Handgelenk. Ein weiterer Schritt zum Erfolg waren von Anfang an die Markenbotschafter von Rolex: 1927 trug die Londoner Schwimmerin Mercedes Gleitze bei ihrem Versuch, den Ärmelkanal schwimmend zu durchqueren, eine wasserdichte, goldene Rolex Oyster an einem Halsband. Rolex gilt seither als Erfinder der ersten wirklich wasserdichten Uhr der Welt. Als Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay 1953 als Erste den Mount Everest bestiegen, waren ebenfalls Rolex-Uhren dabei. 1960 glitt das Rolex-Sondermodell Deepsea 10.916 Meter tief in den Marianengraben – befestigt am Tiefseetauchboot von Jacques Piccard. Die Uhr, die sich in einem extrem massiven Gehäuse mit halbkugelförmigem Glas befand, war dabei auf ihrer Oberfläche dem Druck von einer Tonne pro Quadratzentimeter ausgesetzt.

Auch heute noch beweist Rolex mit der Auswahl ihrer Markenbotschafter ein ganzheitliches Verständnis für Marke und Zielgruppe und belegt mit den Sponsoringfeldern Golf, Segeln, Formel 1 und Kunst genau die richtigen Segmente. Das hat Folgen: Wer heute eine Rolex kauft, trägt Bargeld am Handgelenk. Die Uhr lässt sich immer gut verkaufen, eine Rolex ist eine Investition mit Wertsteigerungs-Potential. Wer irgendwann mal ein rares Exemplar gekauft hat, wird dabei heute sogar richtig Geld verdienen. Das Modell Jean-Claude Killy, in den 50er-Jahren 5000 bis 7000 Franken wert, erreichte schon vor zehn Jahren Preise zwischen 100.000 und 150.000 Franken. Neuster Vintage-Coup: Paul Newmans Rolex Daytona soll Ende Oktober von dem Auktionshaus Phillips versteigert werden. Mindestens eine Million Dollar wird die Uhr den Bietern wert sein, so wird geschätzt. Der Erlös soll einer Stiftung zugutekommen, die Newmans Tochter zwei Jahre nach dem Tod der Legende im Jahr 2008 gegründet hatte.

Ob nun eine Million oder zehn Millionen Dollar: Rolex ist Kult. Eine Rolex ist aber auch ein Statement. Und eine nachhaltige Investition, für sich selbst und seine Nachkommen.